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DEGUZ Newsletter Ausgabe Nr. 8, Sommer 2019
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Liebe Mitglieder,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

heute lesen Sie den DEGUZ-Newsletter mit folgenden Themen:

1. Spendensammlung während der Jahrestagung in Frankenthal

Als langjähriges Mitglied der DEGUZ durfte ich erneut eine exzellent organisierte Fortbildung erleben und bedanke mich sehr für die interessanten Vorträge, den kollegialen Austausch und die wirklich leckere Bewirtung. Ganz besonders aber bedanke ich mich für die Möglichkeit, den Anwesenden ein Projekt vorzustellen, das mir sehr am Herzen liegt.

Als mein Sohn vor 6 ½ Jahren an Chronisch Myeloischer Leukämie erkrankte, erhielt ich bereits viel wertvolle Unterstützung in immunologischen Fragen durch Volker von Baehr. Im Laufe der Jahre bin ich zu einer aktiven Patientenvertreterin geworden, die sich besonders für die Interessen der Kinder und jungen Erwachsenen in Deutschland, aber auch weltweit einsetzt. In diesem Jahr unterstützen meine Kinder und ich die internationale Stiftung ICMLF, die vor 10 Jahre u.a. von 2 deutschen an CML interessierten Ärzten gegründet wurde und der heute Ärzte der ganzen Welt angehören. Gemeinsam fördert die Stiftung Projekte, die Patienten in Entwicklungsländern den Zugang zu Medikamenten und lebensnotwendigen Untersuchungen ermöglichen. Ihr höchstes Ziel ist dazu beizutragen, CML heilbar zu machen. Zwar gibt es seit einigen Jahren wirksame Medikamente, die den Tiger CML im Käfig halten, jedoch gibt es bisher keine heilende Therapie. Deshalb sammeln wir Spenden für die Stiftung. Die Spenden werden in definierte Projekte fließen, über die man sich auf der Internetseite der Stiftung informieren kann. Unser persönliches Spendenziel sind 9000 €! Unter dem Motto „Climb for a Cure“ werden wir Ende Oktober gemeinsam mit 25 anderen Patienten, Ärzten und Unterstützern – selbstverständlich auf eigene Kosten - den Kilimandscharo in Tansania besteigen. Wir sind überzeugt: wenn wir es schaffen, den Gipfel zu erreichen, dann wird CML auch heilbar werden!

Dank der großartigen Unterstützung durch die Teilnehmer der Jahrestagung konnte ich in Frankenthal 590 € sammeln, die bereits auf das Konto der Stiftung überwiesen wurden. Ich danke Euch allen von Herzen für diese riesige Unterstützung! Und: Spenden sind weiterhin sehr willkommen und können gerne über den Link https://icmlf-kilimanjaro2019.raisely.com/cborowczak getätigt werden. Herzlichen Dank! 

In großer Zuversicht
Eure Cornelia Borowczak

2. Hand in Hand über den Tellerrand

Vorträge zur Umwelt-ZahnTechnik bei der 11. Jahrestagung der DEGUZ 
(von Joanna Cornelsen) 


© DEGUZ | 15 Referenten der zweitägigen DEGUZ-Jahrestagung boten eine Vielfalt an Themen für einen gemeinsamen Blick „über den Tellerrand hinaus“.

Inflammationen, Feinstäube, Kunststoffe und Metalle, Nanokohlefasern und Neuraltherapie: Die Vielfalt der auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin – DEGUZ e.V. präsentierten Themen aus Wissenschaft und Praxis war groß. Rund 200 Zahnmediziner, Zahntechniker und andere Mediziner kamen am 10. und 11. Mai 2019 bereits zum elften Mal in Frankenthal zusammen, um gemeinsam „über den Tellerrand hinaus“ zu schauen und die biologisch verträgliche Zahnheilkunde voranzutreiben.

Nobelpreisträger als Alternative

Für Zahntechniker waren insbesondere vier der insgesamt 15 Fachvorträge interessant. ZTM Norbert Wichnalek (Augsburg) referierte über Filamentdrucker, Nanokohlefasern und die neuen Möglichkeiten in der täglichen Praxis. Er stellte Graphen als eine Alternative zu den im zahntechnischen Bereich bereits erhältlichen Biokunststoffen vor. Für Untersuchungen zu Graphen und dessen einzigartigen Eigenschaften wurden Andre Geim und Konstantin Novoselov im Jahr 2010 mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet.

Die Modifikation des Kohlenstoffs mit zweidimensionaler, bienenwabenförmiger Struktur ist fast zweihundertmal robuster als Stahl und gleichzeitig sehr dünn. Für die Zahntechnik, so Wichnalek, seien auch die extrem geringe Wasseraufnahme und die antibakterielle Wirkung des „Supermaterials“ sehr vorteilhaft. In seinem Labor hat er Graphen bereits auf vielfältige Weise getestet. Das Material wird derzeit von der Firma Graphenano Dental aus Valencia vertrieben.

Sein Fazit: Die auf dem Markt vorhandenen Materialien sind plaqueanfällig. Die Elastizität sei zudem problematisch, da sie auch den schlechten Verbund mit harten Materialien zur Folge hat. Laut Wichnalek wäre ein Kompromiss ideal eine Kombination aus Steifigkeit und Flexibilität.

Graphenano hingegen geht einen hervorragenden Verbund mit PMMA ein, ist plaqueresistent und vielseitig einsetzbar. Was fehlt, sind Langzeiterfahrungen. Und dennoch sei Graphenano ein sehr viel versprechendes Material der Zukunft.

Stäube als Arbeitsschutzproblem

Das Gesundheitsrisiko durch Staubbelastung im Labor griff ZTM Sascha Kipping (Regis-Breitingen) auf und machte dabei vor allem auf die krebserregende Wirkung von Kobalt-Feinstaub aufmerksam. Sowohl in der Dauer der Exposition als auch in Partikelgrößen stecke das Problem. Denn: Je kleiner die Partikel, umso schädlicher sind sie für die Gesundheit. „Wir kümmern uns viel um die Gesundheit unserer Patienten, aber um unsere eigene und die unserer Mitarbeiter zu wenig“, appellierte Kipping, der bei der DEGUZ den Arbeitskreis Umwelt-Zahntechnik leitet.

Nicht zuletzt machte der engagierte Umweltzahntechniker auf eine neue Verordnung zum Umgang mit kobalthaltigen Legierungen in den Dentallaboren und Zahnarztpraxen aufmerksam, die neue Richtlinie für Absauganlagen und deren Einsatz behandelt. „Die Übergangsfrist endet im Jahr 2020. Dann wird sich für Laborbetreiber einiges ändern“, so Kipping.

Mission impossible?

ZTM Matthias Priester (Kassel), der ZTM Ruprecht Bauer im DEGUZ-Vorstand ablöst, widmete sich in seinem Vortrag „Wer zu spät kommt, bohrt daneben – Sprachlosigkeit als Ursache für Misserfolg“ der Notwendigkeit einer engmaschigen Kommunikation zwischen Zahnarzt und Zahntechniker. Zahntechnische Labore als Dienstleister seien oft sehr spät involviert bei der Versorgung des Patienten mit Implantaten. Das führe nicht selten zu schlechteren Ergebnissen und Enttäuschungen, die vermeidbar seien. Rechtzeitige Kooperation und Kommunikation aller Beteiligten seien bei der Versorgung des Patienten unabdingbar.

Daran knüpfte ZTM Christof Borges (Bad Neuenahr) an und betonte, dass mangelnde Absprachen zwischen Praxis und Labor sowie Praxis und Patient gravierende Folgen haben können. Vor dem Hintergrund des Einsatzes immer neuer Materialien in zahntechnischen Laboren, Zahnarztpraxen und letztlich im Mund des Patienten sei ein Umdenken bezüglich der Gestaltung und der Reparaturmöglichkeit nötig. „Wer sich über PEEK informiert, erhält meistens den Hinweis, dass es nicht zu reparieren ist. Doch das stimmt nur bedingt“, sagt Borges. In seinem Vortrag „Wenn die Krone knackt ... Mission impossible? Reparaturen an teleskopierenden Zirkonoxid / PEEK-Paarungen“ zeigte er anhand von zwei Fällen gebrochener PEEK-Teleskopprothesen (im Teleskop- und im Sattelbereich), wie Arbeiten aus diesem Werkstoff repariert werden können.

Viele zukunftsweisende Ansätze und die Bereitschaft, Dinge anzupacken, waren auf der DEGUZ-Jahrestagung allgegenwärtig. „Die Notwendigkeit, praxistaugliche Lösungen zu finden, ist groß“, sagte der Umweltzahntechniker Kipping. „Wir müssen handeln!“

Mit der diesjährigen DEGUZ-Jahrestagung ging die Frankenthal-Ära des Veranstaltungsformats vorerst zu Ende: Die 12. Jahrestagung findet am 8. und 9. Mai 2020 erstmals in Leipzig statt. Mehr Infos unter www.deguz.de

3. Titanimplantate und stille Entzündungen im Kieferknochen

Eine kritische Verbindung von gelösten Titanpartikeln und den Zytokinen TNF-a und RANTES / CCL5 mit systemischer Gesundheit?

“Titanium implants and silent inflammation in jawbone – a critical interplay of dissolved titanium particles and cytokines TNF-a and RANTES/CCL5 on overall health?” EPMA Journal (2018).
(von Lechner, J., Noumbissi, S. von Baehr, V.) 

Hintergrund und Einleitung:
Es ist eine bekannte Tatsache, dass sich Titanpartikel, die von dentalen Titanimplantaten (DTI) stammen, in den umgebenden Knochen diffundieren. Obwohl Titan (TI) als kompatibles Implantatmaterial angesehen wird, wächst die Sorge, dass die gelösten Titanpartikel Entzündungsreaktionen um das Implantat herum auslösen. Speziell das inflammatorische Zytokin Tumornekrosefaktor alpha (TNF-α) wird im angrenzenden Knochen exprimiert. Der Übergang von einer TNF-α-induzierten lokalen Entzündung nach dem Einsetzen der DTI in ein chronisches Stadium der "stillen Entzündung im Kieferknochen" könnte eine vernachlässigte Ursache für ungeklärte Erkrankungen sein.

Material und Methoden:
Die an der Induktion der Zytokinfreisetzung beteiligten Signalwege wurden mittels Multiplexanalyse analysiert. Wir untersuchten Proben von Kieferknochen (KK) für sieben Zytokine in zwei Gruppen: Proben von 14 Patienten wurden in Bereichen von DTI für Partikel-vermittelte Freisetzung von Zytokinen analysiert. Jede der einem DTI benachbarten Gewebeproben zeigte klinisch fettig degenerierte und osteonekrotische medulläre Veränderungen (FDOK) im KK. Proben von 19 Patienten stammten von gesundem KK. In fünf Fällen haben wir die Konzentration gelöster Ti-Partikel spektrometrisch gemessen.

Ergebnisse:
Alle DTI-FDOK-Proben zeigten RANTES / CCL5 (R / C) als das einzige extrem überexprimierte Zytokin. Die DTI-FDOK-Kohorte zeigte eine 30-fache mittlere Überexpression von R / C verglichen mit einer Kontrollkohorte von 19 gesunden KK-Proben. Die Konzentration von gelösten Ti-Partikeln in DTI-FDOK war 30-fach höher als ein geschätztes Maximum von 1.000 μg / kg.

Diskussion:
Da R / C in der Literatur als mögliche Ursache von Entzündungserkrankungen diskutiert wird, untersucht die hier vorgestellte Arbeit die Frage, ob eine DTI die Entwicklung einer chronischen Entzündung im Kieferknochen bei einem gestörten Heilungsprozess auslösen kann. Solche Veränderungen in Bereichen des KK können zu hyperaktivierten Signalwegen von TNF-a induzierter R / C-Überexpression und zu unerkannten Quellen stiller Entzündung werden. Dies kann zu Krankheitsbildern wie rheumatischer Arthritis, Multipler Sklerose und anderen systemisch-entzündlichen Erkrankungen beitragen, was in wissenschaftlichen Veröffentlichungen ausführlich diskutiert wird.

Schlussfolgerung:
Aus systemischer Sicht empfehlen wir, der Zytokin-Überexpression, die durch gelöste Ti-Partikel aus DTI in der Medizin und Zahnmedizin verursacht wird, mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Dies kann zur Weiterentwicklung personalisierter Strategien in der Präventivmedizin beitragen.

Kostenfreier Download PDF: http://link.springer.com/article/10.1007/s13167-018-0138-6

Link in PubMed: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30174768

4. Literatur & Publikationen

Effect of Mobile Phone Usage on Nickel Ions Release and pH of Saliva in Patients Undergoing Fixed Orthodontic Treatment
(Lalita Girish Nanjann awar1, Tejashree Suresh Girme2, Jiwanasha Manish Ag rawal3, Manish Suresh Ag rawal4, Sang amesh Gurunath Fulari5, Shradd ha Subhash Shetti6, Vishwal Ajith Kagi7)

Hand held mobile phones are presently the most popular means of communication worldwide and have transformed our lives in many aspects. The widespread use of such devices have resulted in growing concerns regarding harmful effects of radiations emitted by them. This study was designed to evaluate the effects of mobile phone usage on nickel ion release as well as pH of saliva in patients with fixed orthodontic appliances.

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5. Weltumwelttag: Mehr als 100 Organisationen fordern Verbot von Amalgamfüllungen in Deutschland


Berlin, 05. Juni 2019 - Eine Gruppe von Aktivisten ist heute zum Gesundheitsministerium gekommen, um einen Aufruf von mehr als 100 Organisationen an Gesundheitsminister Jens Spahn zu überreichen. Sie fordern ihn auf, einem generellen Verbot von Amalgamfüllungen zuzustimmen und sich damit den Vorbildern von Schweden und Norwegen anzuschließen.  (Autor: Florian Schulze, IG Umwelt-ZahnMedizin)

 zur kompletten Pressemitteilung

 

6. Mitglieder informieren Mitglieder

Kavitätenbildende Osteolysen des Kieferknochens -  Band III jetzt im Handel 
(Dr. Johann Lechner)

Infos zu FDOK/“NICO“ und Ultraschalldiagnostik auf diesen neuen Webseiten: www.cavitau.de / www.icosim.de

 

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7. Aktuelle Veranstaltungen


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